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Androgenetische Alopezie

Medikamentöse Behandlung

Da die Ursache der androgenetischen Alopezie weitesgehend bekannt ist, kann auch eine zielgerichtete Therapie erfolgen. Abhängig vom Ausmaß der Erkrankung können medikamentöse oder chirurgische Maßnahmen durchgeführt werden, aber auch durch kosmetische Maßnahmen lassen sich manchmal gute Ergebnisse erzielen. Auch wenn die Ergebnisse z.T. sehr gut sind, darf die Erwartungshaltung nicht zu hoch sein. Die androgenetische Alopezie des Mannes ist ein normaler Vorgang, und primäres Ziel ist es, diesen Vorgang aufzuhalten. Je früher man sich mit diesem Problem beim Hautarzt vorstellt, desto besser. Da es sich wie gesagt um keine Krankheit handelt, werden die Behandlungskosten in der Regeln nicht von der Krankenkasse übernommen.

Systemische medikamentöse Therapie

Finasterid

Finasterid (Handelsname Propecia®) ist ein sogenannter selektiver 5-alpha-Reduktaseinhibitor. Eigentlich wurde das Mittel zur Behandlung der Prostatahyperplasie entwickelt. Als Nebenwirkung zeigte sich ein Wiederauftreten der Kopfbehaarung. Finasterid wird einmal täglich in Tablettenform eingenommen. Der Effekt zeigt sich nicht sofort, so dass eine Behandlung über 6-12 Monate durchgeführt werden sollte bevor eine endgültige Beurteilung erfolgen kann. Da die Beurteilung des Therapieerfolgs durch den Patienten sehr subjektiv ist, sollte eine Fotodokumentation durch den Arzt erfolgen. In etwa 80% der Fälle kann der Haarausfall gestoppt werden.
Typische Nebenwirkungen von Finasterid sind eine verminderte Liebeslust und Errektionsschwäche. Diese Nebenwirkungen treten allerdings sehr selten auf (in weniger als 2% der Fälle) und verschwinden nach Absetzen des Medikamentes wieder. Die Wirkung bleibt nur solange bestehen, wie das Präparat verwendet wird, d.h., nach dem Absetzen werden die Haare wieder ausfallen.
Bei der androgenetischen Alopezie der Frau scheint Finasterid laut Studienlage keine Wirkung zu haben.

Lokale medikamentöse Therapie

Minoxidil

Minoxidil (Handelsname Regaine®) wurde ebenfalls ursprünglich zu einem anderen Zweck hergestellt. Es wurde zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt, und auch hier berichteten Patienten über die Zunahme der Kopfbehaarung. Im Unterschied zu Finasterid wird Minoxidil zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen. Das Mittel bewirkt eine Zunahme der Durchblutung in der Kopfhaut, so dass die Haarwurzel besser versorgt wird. Auch hier kann der Therapieerfolg erst frühestens nach 2, eher nach 6-12 Monaten beurteilt werden. Minoxidil zeigt auch eine Wirkung bei Frauen, für die es eine Version mit niedrigerer Konzentration gibt.
Zu den typischen Nebenwirkungen gehört ein kurzzeitig vermehrter Haarausfall. Dies liegt daran, dass das neu entstehende kräftige Haar die alten Haare von unten her verdrängt und somit den Ausfall beschleunigt. Dieser Vorgang wird als “Shedding-Effekt” bezeichnet. Eine weitere typische Nebenwirkung sind Kontaktallergien, die zum größten Teil durch das im Medikament enthaltene Propylenglykol hervorgerufen werden. In diesem Fall muss die Therapie abgebrochen werden. Es muss außerdem gut darauf geachtet werden, dass das Präparat nicht auf die Gesichtshaut aufgetragen wird, das dies zu einem unerwünschten Haarwachstum im Gesicht führen kann.
Die Wirkung bleibt nur solange bestehen, wie das Präparat verwendet wird, d.h., nach dem Absetzen werden die Haare wieder ausfallen.

Prognose

Über die Prognose der androgenetischen Alopezie unter medikamentöser Therapie lässt sich für jedes einzelne Individuum nur schwer etwas sagen. Unbehandelt wird sie bis zu einem gewissen Punkt fortschreiten. Selten kommt es dennoch zu einem vollständigen Ausfall der Kopfbehaarung, meist bleibt ein Haarkranz erhalten. Die Prognose unter Therapie hängt von mehreren Faktoren ab. Sicherlich ist das Ausmaß der Glatzenbildung vor Beginn der Therapie einer der wichtigsten Faktoren. Je größer die Glatze ist und je länger sie besteht, umso schlechter sind die Erfolgsaussichten insbesondere bei der medikamentösen Therapie. Zeigt die Behandlung nicht den gewünschten Erfolg oder ist die Glatzenbildung bereits stark fortgeschritten, bleibt als weitere Therapieoption die Haartransplantation.

 

 

 

 

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Androgenetische Alopezie

1. Teil - Symptome und Ursachen
2. Teil - Medikamentöse Behandlung